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Notiz „Herz – Geist – Seele“

Der „Heilige Geist“ kommt von uns Menschen aus gesehen natürlich nicht an erster Stelle. Was der „Heilige Geist“ tatsächlich ist, interessiert den Menschen kaum. Das ist leider so. Der eigene Geist steht auch nicht an erster Stelle. Unser Nachsinnen über „Gott und die Welt“ ist nun mal eine einzige Katastrophe. Und die Seele – na ja, als wichtigster Bestandteil des Menschen wird sie mit Sicherheit weitläufig nicht gesehen. Was bleibt, ist das Herz. Ist doch toll, oder?

Über das so hochgelobte Herz bei jung Verliebten, das viel gepriesene Herz, wenn es um Mitgefühl geht oder das beschauliche Herz zu Weihnachten wurde und wird viel geschrieben, geredet, gesungen und philosophiert. Und tatsächlich; wenn man der glitzernden Werbung glaubt, besteht die Menschheit einzig nur aus gutherzigen Menschen. Dass dem überhaupt nicht so ist, könnte jeder einzelne sofort bestätigen. Doch in der Wohlfühlwolke weltlicher Ignoranz möchte das keiner, da er/sie sich damit selbst entlarvt. Jesus hat das Herz als Ursprung allen Bösen bezeichnet. Denn wenn man ehrlich ist, ist wahrlich im Herz nur Lug und Trug. Wie GOTT das sieht, kann man in den Schriften nachlesen: „Da ist keiner, der Gutes tut. Nicht einer!“

Doch warum ist das so? Weil im Herzen das irreführende Gefühl sitzt. So münden Gefühle sehr oft in Emotionen und alles, was man zuvor noch irgendwie als Vernunft bezeichnen konnte, ist mit atemberaubender Geschwindigkeit verpufft. Was übrig bleibt, ist eine Situation, die schlimmer ist, als der Grund, der zu solch sehr oft übertriebenen Gefühlsausbrüchen geführt hat, egal, wie das unmittelbar danach aussehen mag.

Wie also könnte man so etwas vermeiden?  Natürlich nur dadurch, dass man den Gefühlen die realistische Seite des Menschen quasi als Gegenpol gegenübergestellt. Denn nur mit Realismus kann man die Emotion irgendwie wieder herunterkühlen. Doch ist Realismus keineswegs die Wunderwaffe, die wir uns wünschten gegen Aufbrausen, Schreien, Wut, Nötigung, Sucht, Selbstmord, Depression und sicher noch mehr. Er kann es nicht sein, da er aus dem (eigenen) Geist kommt.

Wenn das Herz böse ist, wie kann dann der Geist gut sein? Nein, er ist nicht gut, er ist nur anders. Der Geist ist die Schaltzentrale des Menschen. Alles, was durch die Sinne aufgenommen wurde und wird, manifestiert sich im Gehirn. Das Gehirn speichert alles, was ein Mensch durchlebt – unter Umständen schöne, aber auch böse Dinge. Im Laufe eines Lebens kommt da schon mal ganz schön was zusammen. Das alles schlummert im Geist. Der Geist selber aber kann nichts, außer aus den vorhandenen Informationen wieder eine Information generieren, die dann mit weniger oder mehr Vehemenz vom Herzen durchgesetzt wird. So hat doch alles, was man tut, einen „bedachten“ Ursprung, auch wenn es oft nicht so scheint. Das Unheilvolle daran ist, dass Herz und Hirn nicht ohne einander existieren können. Beides ist in jedem Menschen, und wenn man eins von beiden ausschaltet, lebt das andere im gleichen Augenblick nicht weiter. Wer nur mit dem Herzen lebt, wird depressive Züge annehmen, und wenn jemand ohne Gefühl ist, wird er unglaublich einsam … und vielleicht wegen der Einsamkeit … depressiv. Welch ein Teufelskreis!

Wenn nun das Herz nicht gut ist und der Geist auch nicht, haben wir da nicht ein Problem? Aber ganz gewiss haben wir ein Problem; und zwar ein gewaltiges. Wir stecken so tief im Schlamassel, dass alles, was wir von uns aus dagegen zu unternehmen versuchen, uns nur noch tiefer in den Abgrund zieht. Wir kommen von uns aus garantiert nicht davon los.

Was bleibt, ist also diese verhängnisvolle Mischung aus Geist und Gefühl, was schließlich den eigenen Willen ausmacht. Unser Wille ist von Anfang an gegen GOTT gerichtet. Es bedarf daher eines viel größeren Willens als des unseren, um aus der Abwärtsspirale des menschlichen Seins ausbrechen zu können. Solch ein Wille kann daher nur bei GOTT sein.

Was aber ist der Heilige Geist? Er ist nicht etwa der Geist Gottes, denn GOTT SELBST ist Geist und nicht zwei Geist(er), sondern das, was GOTT will, ist der Heilige Geist. Der Heilige Geist ist ebendieser Wille GOTTES. Mit dem Heiligen Geist leben, heißt somit, etwas im Geiste GOTTES tun; nach SEINEM Willen eben. Der Wille GOTTES ist die einzige Lösung für nicht nur dieses Problem, sondern für all unsere Probleme. Wir müssen uns damit beschäftigen, was GOTT will, um zu erkennen, wer GOTT ist. Auf dieser Suche überwindet man nicht nur die zutiefst schreckliche Welt, sondern dem Nachdenkenden wird die Wahrheit über sich selbst offenbart. Erst in der Weisheit GOTTES, die wir mit unserer Selbsterkenntnis nur zu einem minimalen Stückchen erleben dürfen, ist der Fluch der Ignoranz des tatsächlich Notwendigen unterbrochen. Die Lüge und der Selbstbetrug hören auf – der erste Schritt in Richtung Glaube.

Doch was tut der Mensch? Er setzt sich hin und wartet darauf, dass ihm der Heilige Geist alle Antworten frei Haus liefert – natürlich sofort und verständlich. Doch darauf kann der Mensch lange warten. Jesus hat von Aktivität gesprochen: … nehme sein Kreuz auf und folge mir nach … sündige hinfort nicht mehr … nur der ist mein Bruder (…), der den Willen GOTTES tut.

GOTT hat uns nach SEINEM Bild geschaffen und hauchte uns Lebensodem ein –  wir bekamen eine Seele. Sie war in uns, sie ist in uns und wird in einem Jeden bis zu dessen Tod sein. Sie ist direkt von GOTT und deshalb die ewige innere Verbindung zu IHM. GOTT möchte, dass unsere Seele nach dem körperlichen Tod, wenn Herz und Gehirn wie alles andere Gewebe der Verwesung preisgegeben sind, zu IHM „nach Hause“ kommt. Leider ist die Seele vollkommen abhängig von unserem täglichen, meist schrecklichen Tun, und das, obwohl die meisten ungläubigen Menschen sogar bestätigen, dass da zwischen Himmel und Erde etwas ist, was sie allerdings nicht deuten können. Im schlimmsten Fall begeht der Mensch Suizid und entzieht der Seele so jegliche Möglichkeit, zu GOTT zurückzukehren. Oh weh!
Wir entscheiden also in unserem alltäglichen Leben, wohin unsere Seele gehen wird, sollten wir einmal, wie alle Toten vor und nach uns, den letzten Atemzug getan haben. 
Wir alle haben also jene höchst eigene Seele. Sie ist nicht schwarz, wie so oft bei Gewalttätern verortet. Der Lebensodem GOTTES wird nicht schwarz, er bleibt weiß wie Schnee und muss deshalb leiden; fürchterlich unter uns leiden. Die Seele leidet oft und lang in ruhelosen Nächten, in Unwohlsein, Unfrieden, in Kummer. Sie ist unser täglicher Begleiter. Sie achtet darauf, worauf wir nicht achten, sie sucht, was wir nicht suchen, sie sehnt sich, wonach wir uns nicht sehnen. Und manchmal, wenn wir noch nicht ganz tot in unserem Leben sind, hören wir ihr leises Klagen: unser Gewissen.

Möge GOTT uns allen gnädig sein.


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