„Ich glaube, nicht richtig verstanden zu haben!“
Ein junger Mann, Anfang zwanzig, groß gewachsen und etwas schlaksig wirkend, steht vor dem Verkäufer und runzelt die Stirn.
„Wofür in aller Welt muss ich für ein nagelneues Gerät eine extra Versicherung abschließen? Haben Sie denn kein Vertrauen in Ihr eigenes Produkt?“
„Wir als Hersteller haben selbstverständlich Vertrauen in unsere Produkte“, entgegnete der Verkäufer ruhig, „doch kann es leider immer wieder einmal vorkommen, dass ein Gerät nicht so funktioniert, wie es sollte und da …“
„Aha, und da“, wurde er unterbrochen, „muss der blöde Kunde diese Eventualitäten eben bezahlen, indem er sich extra absichert.“
Ungerührt fährt der Verkäufer fort: “Hinter dem Markennamen sind doch eine Vielzahl anderer Firmen verborgen. Alle sind sie direkter Zulieferer oder wiederum ein Zulieferer des Zulieferers, und jeder kann das Pech haben, ohne sein Wissen ein Bauteil zu verwenden, das eben nicht ordnungsgemäß funktioniert. Also kann …“
„Hören Sie doch auf!“, er fühlte sich zum Narren gehalten, „ich muss mich doch auf Ihre Angaben verlassen können, wonach das Teil hier eben nur soundsoviel kostet und die Garantie dafür muss doch schon im Preis inbegriffen sein.“
„Das ist sie ja auch.“
Der Verkäufer zeigte ihm auf seinen Unterlagen ein unmissverständlich leeres Kästchen mit dem nachfolgenden Text: ‚Der Käufer wünscht eine zusätzliche Garantie von 6 Monaten, die über die Herstellergarantie hinausgeht‘.
„Und weiter unten“, der junge Mann folgte dem Zeigefinger seines Gegenübers, „steht geschrieben, dass die Herstellergarantie genau ein Monat beträgt.“
Im Kopf des jungen Mannes baute sich jener Druck auf, den er nur zu gut kannte und deshalb hoffte, vermeiden zu können. Doch diese Hoffnung löste sich soeben auf.
„Ich weiß, genau vier Wochen beträgt diese scheiß Garantie, und ich weiß, dass ich heute genau eine Woche über diese Garantiezeit hinaus bin, aber ich weiß auch, dass ich gerade deswegen hier vor Ihnen stehe und“, jetzt heftiger werdend, „dass du mir hier etwas zusammenfaselst, was ich auch schon weiß, denn auch ich kann lesen, und glaube mir“, er hob den Zeigefinger und streckte ihn dem inzwischen blass gewordenen Verkäufer zu einer bedrohlichen Geste entgegen, „ich möchte dieses blöde Ding hier nicht für noch mal so viel reparieren lassen, wie ich bereits dafür geblecht habe! Hast du mich da verstanden? Ich lasse mich doch nicht von einem Idioten zu einem anderen schicken, der mir mein Hirn genauso dusselig quatscht, wie du Heini. Rück endlich ein neues Teil raus oder ich hole mir eins.“
Ein lautes Krachen durchschnitt seinen letzten Satz, als das Notebook in der Vitrine hinter dem Verkaufstresen einschlug. Mit einem Sprung war er da, wo sich eben noch der Verkäufer befand, der inzwischen durch eine angelehnte Tür hinter dem Tresen das Weite gesucht hatte. Er holte die erstbeste Verpackung eines in etwa gleich aussehenden Gerätes unter den Scherben hervor und verließ seelenruhig die Szenerie. Ihn kümmerte es nicht, dass sich inzwischen ein paar Leute versammelt hatten, um das Treiben im Laden zu verfolgen. Er fühlte sich im Recht und alle, die ihm dieses Recht streitig machen wollten, würden schon sehen, was sie davon hätten. Bereitwillig bildeten die Leute eine Gasse, damit er sie passieren konnte. Ohne sich umzusehen, verschwand er auf einer gegenüberliegenden Baustelle, den Karton unter dem linken Arm, mit der rechten Hand den alten Kassenbon zerknüllend, bis er als kleine Kugel im Dreck landete, da, wo er seiner Meinung nach auch hingehörte. Ich brauche mich nicht treten zu lassen. Mein Geld ist genau so viel wert, wie das der reichen Fuzzis in den Vororten, mit ihren protzigen Villen und den Gärten, wo jeder einen Diener macht und die Schuhe leckt, damit sie noch mehr glänzen. Ich zeige es euch allen, dachte er sich und streichelte dabei den Karton, als wäre er sein Hund.
Er war schon lange in einem anderen Stadtbezirk, als er die Sirenen der Polizeiwagen hörte, die jedoch zu weit weg waren, um mit ihm in Verbindung gebracht werden zu können.
Die Tür öffnete sich mit einem Kratzen. Der Stein unter der Tür hatte bereits einen gut sichtbaren Viertelkreis auf den Boden gezeichnet. Es war ein unverkennbares Indiz dafür, zu Hause angekommen zu sein. Die Glühbirne im Flur hatte bereits vor Monaten ihren Geist aufgegeben. Das Licht aus dem Wohnzimmer reichte ihm jedoch, um ohne Zwischenfall durch die Unmenge Unrat im Flur zu gelangen. Links und rechts an den Wänden hoch türmten sich Kartons. In die Zwischenräume gesteckt lugten leere Getränkedosen hervor, auch auf dem Boden waren sie zu finden. Die in die Jahre gekommene Garderobe konnte man unter den planlos angehäuften Sachen nur erahnen. Überall hingen Überbleibsel einer, wenn nicht gar mehrerer Silvesterfeten. Man konnte nicht genau sagen, wie lange das alles schon her war, denn ab einem gewissen Stadium war den herumliegenden Essensresten das Herstellerjahr nicht mehr anzusehen. Einen Hinweis hierauf könnte eine Tüte Chips liefern, deren Mindesthaltbarkeit auf ein Datum fiel, was nun auch schon wieder zwei Jahre her war. Da die Papiergirlande und die besagte Tüte auf der halben Pizza unlösbar miteinander verbunden lagen, war somit klar, dass es sich dabei um ein übriggebliebenes Stillleben einer Silvesterparty handeln musste, die im zweiten Jahr nach seinem Einzug gefeiert wurde, also vor vier Jahren.
Eine Tür stand angelehnt an einen Haufen grauer Kunststoffbeutel. Als sie sich wegen der größeren Anzahl von Müllbeuteln nicht mehr ganz öffnen ließ und denkbar ungünstig permanent halb offen im ohnehin nicht sehr geräumigen Zimmer stand, hatte er sie eines Tages ausgehangen und sie samt den Beuteln an ihren scheinbar jetzt für viele Jahre festgelegten Bestimmungsort verbracht. Er war also im Wohnzimmer angelangt.
Sobald der Laptop angeschlossen war, überprüfte er das bereits vorinstallierte Betriebssystem, spielte seine Software auf und lehnte sich in seinen Korbsessel zurück. Genauso, wie vor zwei Stunden, dachte er sich, nur viel schöner!
Seine Augen blitzten, als sich das Begrüßungsfenster des Programms auf dem Monitor öffnete.
„Hallo Justin!“, hauchte eine erotische Frauenstimme durch den Lautsprecher, „schön, dass Sie wieder hier sind“, dramatische Musik kam hinzu, „in ihrem Dom der Finanzen!“
Die Frauenstimme wurde in ihrem Echo stetig lauter … verschwand. Das Bild auf dem Monitor begann sich zu drehen, schneller und immer schneller, bis es sich nach ein paar Sekunden in Staub auflöste und den Blick auf ‚seine‘ Welt freigab. Man befand sich in einem riesigen Raum. Alles war in Bewegung. Der Zuschauer umkreiste tadellos gekleidete Personen, die ihre Blicke auf utopisch lange Zahlenreihen richteten. Hell erleuchtete Casinos waren zu sehen, Sportwagen dröhnten, halbnackte Models posierten davor und Geldscheine flogen wie Konfetti durch den Raum.
In diese Welt hatte sich Justin gerettet, als alles um ihn herum nur noch Abfall zu sein schien, wo die Zigarettenstummel keinen Platz mehr in einem der Notbehelfe fanden, wo ein schlieriger Schleier den Sichtschutz der Fenster bildete und wo nur der den Geruch ertrug, der dort auch wohnte. Er wollte einfach nur raus aus seinem verdreckten Leben, seinem Selbstmitleid, er wollte etwas werden, jemand sein.
Dafür dachte er sich das ‚Spiel‘ aus, welches gerade mit einem eindrucksvollen Vorspann in eine neue Runde gestartet war. Darin wollte er aus einer Vielzahl von Finanztransaktionen jeweils einen Minimalbetrag für sich ableiten, was gerade einmal so viel sein sollte, dass es nicht auffallen konnte.
Und tatsächlich, nach monatelangem Programmieren hatte er, der ehemalige Mathematikstudent, es endlich geschafft, seinen Figuren Leben in Form von Datenpaketen einzuhauchen. Sie bekamen ihre Aufgaben einprogrammiert, die sie auch mit erstaunlicher Akribie lösten. Wie einfach es doch schließlich war, die dritte Nachkommastelle eines prozentualen Rabattes als Lohn für seine Mühen abzuzweigen und damit Aktien und Devisen im nachbörslichen Handel zu kaufen und wieder zu verkaufen. Das hört sich für jeden einzelnen Nachlass vielleicht nicht viel an, in der Summe wähnte er aber seine Chance. Wie viele Geschäfte werden jeden Tag auf dieser Welt getätigt? Eine Milliarde, zehn Milliarden, 100 Milliarden? Davon könnte man doch leben, ganz ohne Stress, morgens irgendwann einmal aufstehen und wissen, dass an einem x-beliebigen Ort auf dieser Welt wieder Geld für einen gearbeitet hat.
Er schaffte es auch, sich zumindest für eine kurze Zeit in drei Unternehmen einzuschleusen.
Das erste Unternehmen war ihm dann doch viel zu groß und er zog sich klammheimlich aus deren System wieder zurück. Das zweite war eine ortsansässige Firma mit Schwerpunkt auf Neuerrichtung von Sanitär- und Heizungsanlagen und deren Wartung, bei dem auch der Probelauf stattfand. Es erschien ihm für den Anfang genau richtig. Dank seiner Software hatte er es wirklich geschafft, den Gegenwert von einer Dose Cola herauszuschlagen.
Kurz vor dem heutigen Absturz seines Notebooks hatte er eine weitere Firma an der Angel. Es war das dritte Unternehmen, bei dem er es ins System schaffte. Als Großhändler war es logisch, dass dort noch bedeutend mehr Geschäfte abgeschlossen wurden. Dieses Unternehmen war somit das Richtige, um mit seiner eigenen Geschäftsidee zu wachsen. Damit bekam er nach längerer Zeit scheinbar wieder einmal Oberwasser in seinem Leben und seine Erwartungen stiegen mit den Minimalbeträgen auf seinem Konto. Es schien, als könne er wirklich seine Idee zu Geld machen.
Der Verkehr auf der Stadtautobahn quälte sich auch an diesem Morgen in vier langen Schlangen von einer Auffahrt zur nächsten. Diese nie enden wollende Blechlawine brachte lediglich ein monotones Dröhnen hervor, so langsam bewegte sie sich vorwärts. Doch selbst Justin, der täglich bis spät in die Nacht den alltäglichen Kampf gegen den Schlaf ausfocht, sei es mit Kaffee, Cola oder doch einfach nur mit der nächsten und übernächsten Zigarette, nahm die warmen und atemraubenden Abgase der endlosen Autos und Lkws wahr. Das war selbst für ihn zu viel. Seine Augen brannten und er erhob sich aus einem Gewühl aus Kissen, Decken, T-Shirts, Jeans und kleineren, augenscheinlich öfters getragenen Utensilien. Mit einem kurzen Stoß schloss er das Fenster. Benommen saß er auf der Couch und tastete nach seiner Brille, die er nach kurzer Suche verborgen unter einem Bein fand. In der kaum bewussten Ausführung von Bewegungen hatte er scheinbar auch den Rest Cola verschüttet, denn das Päckchen Tabak klebte außen und, wie sich im nächsten Augenblick herausstellen sollte, auch innen. Er nahm es jedoch gelassen und noch während er sich die Zigarette drehte und genüsslich anzündete, verdrehte er die mit roten Linien durchzogenen Augen nach oben. Ein weiterer starker Zug und gleichzeitig die Augen schließen – sein Leben hatte wieder einen Sinn. Da allerdings die Luft im etwa zwölf Quadratmeter großen Zimmer nach nur kurzer Zeit dicker war, als die Luft draußen, öffnete er wieder das Fenster.
Etwas stimmte nun dort unten nicht! Auf diesem alten Fabrikgelände standen mehrere verhältnismäßig neue Autos herum. Das gab es nur, wenn mal einer etwas angezündet hat oder wenn eine Leiche aus dem Kanal gefischt wurde. Aber warum stehen die dann hier, das ist doch auf der hiesigen Seite des Zaunes, kann es sein, dass …?
„Herr Schnegert!“
Justin blieb das Herz stehen.
„Herr Schnegert, öffnen Sie die Tür.“
Panisch durchsuchte Justin das Zimmer nach einer Möglichkeit, sich zu verstecken.
„Herr Schnegert, hören Sie, wir wissen, dass Sie da sind.“
Springen, nein, das konnte er nicht, für Klettern war es auch viel zu hoch und außerdem würde ihn die alte Dachrinne nicht tragen können.
„Hören Sie, wir treten die Tür ein, wenn Sie nicht sofort öffnen.“
Einfach antworten, nein, nicht verraten, ruhig sein, aber die wissen doch, dass ich da bin, oder vermuten die das nur?
„Ja“, rief er zurück, „Moment, ich bin gerade aufgestanden.“
Er zog sich schleunigst ein paar Sachen über und steckte den Laptop unter die getragenen Socken und Schlüpfer, einfach nur in der geringen Hoffnung, man würde da nicht suchen wollen oder können oder sonst was.
„Ich komme“, unterbrach er das vehemente Klopfen an der Tür, „was ist los?“
Er hoffte immer noch, dass man mit ihm über etwas völlig Anderes reden wollte, als über seinen Ausraster vom Tag zuvor.
„Kommen Sie, Schnegert, öffnen Sie, wir sagen Ihnen dann, worum es geht.“
Vor der Tür stand ein nicht sehr großer, dafür aber fast genauso breiter Mann in Zivil. Er hatte zwei Polizisten im Schlepptau, die sicher auch das ohne Nachfrage machen würden, was der Dicke ihnen sagt.
„Guten Morgen, Justin!“
Im selben Augenblick klickten die Handschellen, kaum, dass er alle drei einmal gesehen hatte und die Hände fragend nach oben hielt. Eine Marke nahm ihm die Sicht.
„Ich bin Hauptkommissar Größer, und da brauchen Sie nicht einmal darüber nachzudenken, lachen zu wollen. Ich bin hier, weil Sie so fahrlässig waren, Ihre Visitenkarte bei Ihrem vorerst letzten, sagen wir ‚Einkauf‘ liegengelassen zu haben.“
Justin wurde bleich. Habe ich Idiot, dachte er sich, doch glatt in meiner Wut mein kaputtes Notebook in dem beschissenen Laden zurückgelassen.
„Ich weiß, dass Ihnen gerade warm ums Herz wurde, als Sie an Ihr altes Notebook dachten, und dass es sich auch nach Ihnen gesehnt hat, so alleine, in diesem Glaskasten, alles kaputt und keiner, der mit ihm spielt. Ich lese Ihnen hiermit Ihre Rechte vor, verstanden?“
„Äh, ja.“
„Na, dann nichts wie ab in Richtung saubere Unterkunft.“
Dass er nichts vorgelesen bekam, war sicher ein Hinweis darauf, ab jetzt keine Rechte mehr zu haben. Mit einem letzten Blick in den Flur schlug die Tür ins Schloss.
„So, nun sind wir in unserem Spezialtaxi. In diesem wirst du kostenlos zu uns gebracht, doch bevor wir bei uns sind, möchte ich dich von dem armen Würstchen grüßen, der ab gestern auf der Suche nach einem neuen Job ist, allerdings dieses Mal mit etwas weniger Publikumsverkehr, wegen der“, er malte mit beiden Händen Gänsefüßchen in die Luft, „Risiken als Verkäufer, das war nämlich mein Cousin.“
Im selben Moment schlug etwas auf Justins Nase ein und knipste das Licht aus.
„Hey, hey!“
Die Finger einer kräftigen Hand drückten sich in die Wangen und schüttelten Justins Kopf.
„Aufwachen, wir sind da.“
Mehrere Polizisten unterhielten sich leise und schauten ins Auto.
„Der hat sich wie ein Irrer gewehrt – wie sonst was, da …“, „was da?“, „mussten wir etwas härter durchgreifen. Du weißt doch, Chef, der ist gewalttätig.“
Man zerrte ihn aus dem Auto, durch eine Schleuse und einen Gang entlang, auf dem zu beiden Seiten schwere Türen mit Klappen zu sehen waren. Eine Tür wurde geöffnet und Justin hineingestoßen.
„Schuhe aus, T-Shirt aus, Socken aus, Hose runter, alles in die Mitte legen und drei Schritte nach hinten machen, mit dem Gesicht zur Wand aufstellen! Ich will keinen Ton hören, also immer schön die Schnauze halten und nur antworten, wenn du gefragt wirst!“
Da stand er nun, nicht fähig zu denken, gar zu überlegen. Er hatte einfach nur Angst. So nahe lagen für ihn an diesem Tag Aufstieg und Untergang beieinander. Die Tür schlug zu, zwei Riegel schoben sich in der Tür nach außen, ein leises Klacken kam von der Klappe und dann wurde es leise.
Sollte wirklich alles vorüber sein? Wie, um Himmels willen, konnten die alle Daten wieder ans Licht holen? War doch alles hinüber! Haben die überhaupt etwas herausbekommen? Wissen die etwas von meinem Programm, wenn ja, was wissen die? Würde es ausreichen, mir daraus einen Strick zu drehen? Mensch, er schlug sich mit einer Hand gegen die Stirn, die haben über die Gerätenummer herausgefunden, dass das Gerät aus einem Laden stammt, wo ich eben einmal für eine Woche gejobbt habe. Puh, und jetzt haben die mich am Arsch und nicht nur das, die würden den neuen Laptop finden und damit meine Software. Ich bin geliefert, Scheiße, wenn eins sicher ist, dann das.
Justin sollte Recht behalten. Nach bereits etwa fünf Stunden öffnete sich die Tür.
„Schnegert“, ein leises ‚ja‘ als Antwort, „Schnegert!“, dieses Mal lauter antwortend, „ja“, „hier sind deine Klamotten. Anziehen und raustreten, auf dem Gang aufstellen!“
Justin zog sich an und stellte sich wie befohlen an die Wand neben der Tür. Der Dicke kam auf ihn zu.
„Mensch, Schnegert“, ironisch untermalend tippte er Justin an die Stirn, „wie kann man mit dreiundzwanzig noch so dämlich sein, schafft ihn mir aus den Augen.“
Ein Polizist drehte Justin dabei in Richtung Ausgang und schob ihn vorwärts, bis er erneut Handschellen angelegt bekam, man ihn hinausführte und zu anderen Leidensgefährten in einen Kleinbus setzte.
„Die Jungs vom Vollzug werden sich um ihn kümmern“, hörte er noch im Hintergrund.
Ein Blick nach draußen, runter vom Polizeihof und es machte sich noch mehr Angst in ihm breit.
Was sollte das heißen? Sind die dort noch brutaler? Werde ich denn überhaupt mal wieder in Freiheit sein? Wie könnte ich jemals einen Prozess überstehen, mit selbst nur ein paar Zerquetschten in der Tasche und dann noch solche klaren Beweise gegen mich?