Schauen wir uns die Stätten an, wo man sich im neuen, zu damaligen Zeit getroffen hat. Es ist anzunehmen, dass über einen relativ langen Zeitraum jene Orte natürlichen Ursprungs waren. Auch Keller oder Dächer der kleinen und einfach gebauten Wohnhäuser kamen infrage. Solcherlei beengte Räume sind wirklich nicht mit den heutigen teils monumentalen Kirchenbauten in Form von Domen und Kathedralen vergleichbar, geschweige denn, dass sich Menschen zu hunderten dort treffen konnten. Der Rummel, der heute durch die Kirchen und Gemeinden fegt, war zur damaligen Zeit einfach undenkbar.
Dass das so ist, muss einen Grund haben, der ganz sicher nicht auf den Glauben an Gott zurückzuführen ist.
Die Herde „Mensch“
Der Mensch hatte schon immer ein Problem mit spiritueller Entwicklung, die eben kaum etwas mit geistiger Entwicklung zu tun hat. Kurze Zeit nach der Kreuzigung Jesu hat es bereits angefangen. Es wurden damals schon Weisheiten, Lehren und Erkenntnisse abgelöst, erweitert, gekappt, umformuliert, angeglichen oder ganz fallen gelassen, wenn etwas Neues als Lehre auftauchte. Scheinbar war es dann weniger mühsam, den Glauben im Leben umzusetzen, versprach aber umso mehr für zumindest den, der diese neue Lehre aufstellte und vertrat.
Dass das so war und sich bis heute nicht geändert hat, ist natürlich glaubhaft, ist doch der Glaube an Gott nichts, was einen Menschen weltlich befriedigt! Der Glaube an Gott ist dagegen das Begreifen von Gottesfurcht, Demut, Bescheidenheit und Achtung vor der Schöpfung!
Nach Jesu Tod ist man scheinbar wiederholt auf die Idee gekommen, dass diese schier unmenschlichen Züge auch überhaupt nicht angestrebt werden müssen, da sie in der den Menschen widerstrebenden Erkenntnis der eigenen Unfähigkeit gar nicht erreicht werden können. Es wäre deshalb nur notwendig, den Menschen mit so vielen Informationen zu versorgen, bis er davon überzeugt ist, er wäre bereits gottesfürchtig, demütig und bescheiden. Erstaunlich, wie viele Menschen das heute nicht nur als Ausrede, sondern darüber hinaus als Glauben aus dem Evangelium Jesu sehen und entsprechend leben.
Die Maskerade
Die Gemeinde hat sich als trügerischer Glücksfall erwiesen, denn in einer Gemeinde der heutigen Tage können sich die Menschen nicht nur nach einer Woche wieder einmal treffen, sondern sie können auch zusammen feiern, essen, trinken, fröhlich sein. Der Gedanke an Gemeinschaft, wie er damals notwendig war, um ältere, arme, kranke – eben hilfsbedürftige Menschen – fortwährend zu unterstützen, ist doch heute in einer Gemeinde weitläufig kaum zu finden. Und wenn man es tut? Ist dann der Gedanke an Gott ursächlich? Oder ist es nicht vielmehr der samaritanische Gedanke, der in der Wahrnehmung der zeitgenössischen Humanität geboten ist? Natürlich wäre das dann immer noch besser als nichts, doch im samaritanischen Gedanken steckenzubleiben, hilft niemandem, zu Gott zu finden.
Gemeinde, was ist das also?
Es ist sehr oft leider nicht viel mehr als ein gemeinnütziger Verein, in dessen Obhut sich Menschen in Grüppchen zusammentun, sich feiern und andere eventuell sogar ausgrenzen. Dort werden dann die eigenen Probleme und die der anderen besprochen, man bemitleidet sich oder tut sich hervor. Doch von Gott wird kaum geredet. Gemeinde ist die Bestätigung für jedes Mitglied, dass der eigene Glauben richtig gut sein muss, denn in der Gemeinde haben ihn ja alle, und das, obwohl doch keiner weiß, was der andere wirklich glaubt und denkt. Gemeinde ist viel zu oft nur das Haschen nach Mitgliedern und Ansehen nach außen hin und untereinander.
Prinzipiell braucht es keine Lehre
… sondern nur das Evangelium als Aufforderung, an Gott zu glauben und seinen Willen zu tun!
Wenn Älteste nicht einzig auf Gott ausgerichtet sind und diesen Glauben nicht konsequent der Gemeinde vorleben, ist Gemeinde wegen der Vielzahl der verschiedenen Mitglieder und deren individuellen Bedürfnisse, die letzten Endes nie zurückgestellt werden, die Basis für ebensolche Irrlehren, die weg von Jesus, weg von der Heilsbotschaft und als logische Folge weg von Gott führen. Die Gemeinde ist dann das geistige Grab für diejenigen, die bis dahin Gott ernsthaft gesucht haben.
Gemeinde „nein”, Gemeinschaft „ja”
Selbst die Gemeinschaft der Geschwister untereinander kann auch nur Bestand haben, wenn einzig Gott im Mittelpunkt steht und persönliche Befindlichkeiten außen vor bleiben. Private Gespräche vergiften den Blick auf Gott, weil damit Emotionen ins Spiel gebracht werden, was den unausweichlichen Tod eines bis dahin vielleicht sogar existierenden Glaubens an Gott mit sich bringt.
Die einzig anzustrebende Gemeinschaft ist die im täglichen Leben gelebte Gemeinschaft mit Gott, dem geistigen Vater.